Sophie Weiermann
Die Schlange vor dem koeriwerk, die sehr lange ist.

Dank App nie mehr Schlange stehen?

Den falschen Zeitpunkt erwischt und schon steckt man eine gefühlte Ewigkeit in der Schlange der Mensa – das haben wohl die meisten Studierenden schon mindestens einmal erlebt. Eine neue App soll dagegen nun Abhilfe schaffen: Q-Line zeigt die aktuelle Schlangenlänge an, sodass man besser abschätzen kann, wann man in die Mensa möchte. Entwickelt wurde sie von den Informatik-Studenten Niklas Kerkhoff und Julian Winter.

Die Idee für die Q-Line-App kam den beiden in der Mensa am KIT: „Wir waren kurz nach 11 Uhr in der Mensa, um möglichst nicht in einer Schlange warten zu müssen. Allerdings hatten wir das Ende des 2. Blocks übersehen und standen dann mitten in der langen Schlange. Da kam uns die Überlegung: Es muss doch eine Möglichkeit geben, herauszufinden, wie lang die aktuellen Schlangen sind“, erklärt Julian. Bewährte Technologien haben jedoch ihre jeweiligen Probleme. Bluetooth- oder WLAN-Messgeräte sind mit hohen Kosten verbunden, bei Kameras gibt es zusätzlich Datenschutzprobleme.

Eine simplere Lösung

Es musste also eine kostenfreie Alternative her, die mit wenig Aufwand überall einsetzbar ist. Die einfache wie geniale Lösung: eine Community von Leuten schaffen, die per App Informationen zur Schlangenlänge teilt. Doch wie funktioniert das genau? „Die Q-Line-App ist adaptiert an die Schlangen in der KIT-Mensa am Adenauerring. Sie ermöglicht es den Personen, die sich gerade am Ende einer Schlange in der Mensa angestellt haben, diesen Punkt als ‚Ende der Schlange‘ zu markieren. Somit wird allen anderen Nutzerinnen und Nutzern der App mitgeteilt, wie lang die Schlange aktuell ist. Zusätzlich wird, basierend auf früheren Messdaten, eine ungefähre Wartezeit angezeigt“ erläutert Niklas.

Er und sein Kommilitone begannen im Wintersemester 22/23 mit der Entwicklung im Rahmen einer Spezialveranstaltung des Studiums. Ziel dabei ist es, theoretisches Wissen in die Praxis umzusetzen und ein Projekt zu entwickeln, das Aspekte der Informatik und Wirtschaft vereint. Die App ist in der KIT-Mensa bereits seit dem 23. Mai im Einsatz. Das Forschungsprojekt ist sowohl mit der Leitung der Hochschulgastronomie als auch mit dem Studierendenwerk abgesprochen.

Die Q-Line Gründer lachen in die Kamera. Privat
Die Q-Line-Entwickler Niklas und Julian haben eine einfache und smarte Lösung gefunden, um Warteschlangen zu reduzieren.

Aktive Teilnahme und Vertrauen sind entscheidend

Damit das Ganze auch zuverlässig funktioniert, ist die Plattform auf aktive Teilnahme angewiesen. „Wir freuen uns über jeden Schlangenende-Eintrag, der gemacht wird. Mit wenigen Klicks könnt ihr dadurch unser Projekt unterstützen“, so Julian. Das ist mit denkbar wenig Aufwand verbunden, denn anders als sonst üblich sind bei Q-Line keine Logins oder Registrierungen erforderlich. Stattdessen kann jede und jeder anonym die Schlangenlänge eintragen. Das birgt natürlich wiederum die Gefahr böswilliger Falscheinträge. Daher appellieren die Entwickler an ihre Nutzerinnen und Nutzer: „Bitte gebt euch Mühe beim Eintragen, tragt nur möglichst korrekte Schlangenenden ein. Die Plattform basiert auf Vertrauen und wir hoffen sehr, dass dieses Konzept funktioniert.“

Und wie geht es mit der App nun weiter? „Wir fragen uns, inwiefern wir sicherstellen können, dass die Daten möglichst korrekt sind und wie wir möglichst viele Personen für die Plattform begeistern können“, erklärt Julian Winter die weiteren Pläne für Q-Line.

Text: Kevin Lynott
Titelbild: Sophie Weiermann
Bild Q-Line-Gründer: Privat

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