Daniela di Maio, KIT
Ein Gruppenbild mit allen Teilnehmenden des Student Research Lab.

Mit Eucor international studieren und forschen

Ein zukunftsweisendes Forschungsprojekt und sechs Studierende aus drei Ländern: Das sind die Zutaten des ersten „Interdisciplinary Student Research Lab in the Upper Rhine Region“. Mit dabei waren auch drei Studierende des KIT, die in clicKIT berichten, wie das trinationale Team innerhalb eines Semesters einen kompletten Forschungsprozess durchlief und wo dabei die Herausforderungen lagen.

Drei Studierende des KIT sowie drei weitere aus Basel und Straßburg bearbeiteten gemeinsam ein Thema über die nationalen Grenzen hinweg. Sie befassten sich dabei mit der bidirektionalen Ladetechnologie für Elektrofahrzeuge, welche die Rückspeisung von Strom ins lokale Netz ermöglicht. Die Forschung erhofft sich dadurch Vorteile für das Energiesystem wie eine erhöhte Netzstabilität und die Möglichkeit, mehr Strom aus fluktuierenden, erneuerbaren Energien einzuspeisen. Die bidirektionale Ladetechnologie bringt jedoch auch mögliche Mobilitätseinschränkungen mit sich.

„Die Studierenden hatten die Aufgabe, Energiegemeinschaften in Deutschland, Frankreich und der Schweiz zu befragen, um mögliche Motive und Akzeptanzfaktoren zu identifizieren“, erläutert Projektleiterin Nora Baumgartner vom Deutsch-Französischen Institut für Umweltforschung (DFIU) am KIT. „Ein weiterer interessanter Aspekt waren die Barrieren und Vorteile, die sich speziell für Energiegemeinschaften aus dieser Technologie ergeben würden.“

Ein Gruppenbild mit allen Teilnehmenden des Student Research Lab. Daniela di Maio, KIT
Projekt-Kick-off: Die Studierenden mit ihren Betreuerinnen und Betreuern. (Vollständige Bildunterschrift am Ende des Beitrags)

Raus aus dem Studienalltag, rein in zukunftsweisende Forschungsprojekte 

Niklas Klumpp, Sophie-Luise Klösters und Julian Wachsmuth, Bachelor-Studierende an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften des KIT, erstellten dabei eine Onlineumfrage, die an die Energiegemeinschaften versandt und anschließend von den Studierenden ausgewertet wurde.

„Ich wollte bei einem zukunftsweisenden Forschungsprojekt mitmachen, das sich mit Mobilität und Energiewirtschaft beschäftigt“, begründet Niklas Klumpp seine Teilnahme, „der Aufwand war schon groß, aber durch eine gute Betreuung und die tolle Zusammenarbeit unter uns Studis gut zu bewältigen und ich werde im Anschluss auch meine Bachelorarbeit darüber schreiben.“

„Zu Beginn war die Literaturrecherche die größte Aufgabe, um daraus ein Modell zu entwickeln, auf dem die Umfrage dann basieren sollte“, umreißt Sophie-Luise Klösters die Aufgaben im KIT-Team. „Ich bin sehr glücklich darüber, an diesem Projekt teilgenommen zu haben, da es sich stark vom normalen Studierendenalltag abgehoben hat und ich viel dazugelernt habe.“

Bei wöchentlichen virtuellen Meetings und drei ganztägigen Präsenztreffen liefen alle Ergebnisse zusammen und die Studierenden besprachen das weitere Vorgehen. „Ich fand die Erfahrung sehr positiv“, sagt Julian Wachsmuth, der etwas mehr Praxis in sein Studium einbringen wollte. „Die Aufgabenstellung war interessant und sehr anders als das, was ich sonst aus dem Studium kannte.“ Außerdem hat ihm das Projekt einen ersten Einblick in die wissenschaftliche Arbeit und Projektarbeit generell gebracht.

Das erste Projekt seiner Art

Es war eine Premiere – das erste interdisziplinäre studentische Forschungsprojekt, das „Interdisciplinary Student Research Lab in the Upper Rhine Region“, durchgeführt vom DFIU in Kooperation mit dem Laboratoire image, ville, environnement (LIVE) der Universität Strasbourg und der Abteilung Psychology of Sustainability and Behavior Change der Universität Basel. Der trinationale Universitätsverbund Eucor – The European Campus mit den Universitäten Basel, Freiburg, Haute-Alsace und Strasbourg sowie dem KIT finanzierte das Projekt mit „Seed Money“, einem Instrument zur Anschubfinanzierung von innovativen grenzüberschreitenden Projekten innerhalb von Eucor.

Niklas Klumpp lächelt bei einer Lehrveranstaltung in die Kamera. Daniela di Maio, KIT
Niklas nahm am Student Research Lab teil, weil es die Möglichkeit bot, an einem zukunftsweisenden Forschungsprojekt mitzuwirken.
Sophie-Luise Klösters sitzt während einer Lehrveranstaltung im Hörsaal. Daniela di Maio, KIT
Die Literaturrecherche zu Beginn nennt Sophie-Luise als größte Aufgabe im Projekt, das sie auch wegen des großen Unterschieds zum normalen Studienalltag sehr schätzte.
Julian Wachsmuth hört in einer Lehrveranstaltung aufmerksam zu. Daniela di Maio, KIT
Positiv bewertet auch Julian die Erfahrungen aus dem Projekt, bei dem er hautnah erlebte, was wissenschaftliches Arbeiten und Projektarbeit ausmacht.

Was bedeutet Eucor für Studierende?

 

Neben der Teilnahme an besonders geförderten Projekten wie dem Student Research Lab können Studierende des KIT das Angebot aller fünf Eucor-Universitäten nutzen und alle Studierenden sind automatisch Teil des Eucor-Netzwerks. Die Kurse können flexibel gewählt werden und es fallen keine zusätzlichen Gebühren an den anderen Universitäten an.

Eucor

 

In der Oberrheinregion bilden die Universitäten Basel, Freiburg, Haute-Alsace und Strasbourg sowie das KIT den trinationalen Universitätsverbund Eucor – The European Campus. Die fünf Mitgliedsuniversitäten kooperieren in allen Bereichen, um die Zusammenarbeit in Forschung, Lehre und Transfer zu stärken. Besonderes Ziel ist dabei, die grenzüberschreitende Mobilität und den Austausch von Studierenden und Mitarbeitenden der Partneruniversitäten in Wissenschaft und Administration zu fördern. Das übergeordnete Ziel von Eucor – The European Campus ist der Aufbau eines klar profilierten Wissenschaftsraums mit internationaler Ausstrahlung.

Sabine Fodi, 12.10.2023

 

Vollständige Bildunterschrift Gruppenbild:
Projekt-Kick-off: Julian Wachsmuth (2. v. l., KIT), Mohammad Brayteh (5. v. l., Uni Strasbourg), Sophie-Luise Klösters (6. v. l., KIT), Lucie Cochard (7. v. l., Uni Strasbourg), Niklas Klumpp (7. v. r., KIT), Mirka Havelka (6. v. r., Uni Basel) mit ihren Betreuerinnen und Betreuern.